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Kunst, Kultur & Kulinarik in der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald

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"Vom Wald das Beste" - Entdecke die Besonderheiten der Kulturregion Nationalpark Bayerischer Wald. Die Ganzjahresurlaubsdestination ist geprägt von einer jahrhundertealten Glastradition. Kunst- und Kulturschaffende rund um die Themen Holz, Glas, Malerei oder Bildhauerei haben sich in einer lebendigen Kunst- und Kulturszene etabliert, die in der gesamten Region ihre Werke das ganze Jahr über in wechselnden Ausstellungen präsentieren. Im Pocketguide "Kunst Kultur Kulinarik" findest du auf 45 Seiten eine große Auswahl des einmaligen kulturellen Angebots. Und weil kultureller und kulinarischer Genuss sich wunderbar ergänzen, findest du hier auch noch Restaurant-Tipps.

4 | BRAUCHTUM

4 | BRAUCHTUM VERANSTALTUNGEN im Jahreskreis rund ums Thema BRAUCHTUM RAUHNACHT Zwischen 21.12. und 06.01. sind sog. „Rauhnächte“, an denen das Geisterreich offen steht - Seelen, Geister und Dämonen haben Ausgang und können zur „Wilden Jagd“ aufbrechen. Auch Wahrsagungen und sprechende Tiere gehören zu den Sagen und Legenden der Rauhnächte wie besondere Regeln zur Ordnung und Umsicht. Tipp: Rauhnachtstreiben in Bayerisch Eisenstein und Koishüttler Lousnacht (jährlich am 5. Januar) in Neuschönau STERNSINGER FASCHINGSZÜGE UND VERANSTALTUNGEN MAIBAUMAUFSTELLEN OSTERRATSCHEN Am Dreikönigstag ziehen vielerorts die Ministranten als Sternsinger von Haus zu Haus. Dem Brauchtum gemäß sind drei als die Heiligen Drei Könige verkleidet, ein weiterer trägt einen großen Stern voraus. Sie bringen mit geweihter Kreide an einer Tür die traditionelle Segensbitte C+M+B an (Christus mansionem benedicat = Christus segne dieses Haus), inzensieren mit Weihrauch und sammeln Geld für wohltätige Zwecke. Schönberg und Frauenau sind schon immer eine Hochburg des Faschings. Mit der Woidgaudi räumen die Schönberger allerdings mit allem auf, was gemeinhin mit Fasching verbunden wird und schmeißen alte Bräuche vom Bayerischen Wald bis Südtirol in einen Topf. So sind z. B. Perchten- und Haberfeldtreiber, überdimensionale Schnapptiere, eine niederbayerische Bauernhochzeit und natürlich viel Rauch und Dampf am Umzug zu sehen. Wuid, damisch, anders. das trifft den Nagel auf den Kopf. Zahlreiche Faschingsbälle in der ganzen Region runden das Angebot ab. Jedes Jahr am 1. Mai wird an zentralen Plätzen in Orten und Gemeinden der geschmückte und häufig mit dekorativen Schildern verzierte Baum mit Hilfe von Holzstangen (Schwaibeln) aufgestellt; er gilt als Symbol der Lebensfreude. Burschen der Nachbargemeinden versuchen, den Maibaum trotz Bewachung während der Vorbereitungen zu stehlen. Als Auslöse gibt es eine vereinbarte Menge Bier, die dann bei der Übergabe gemeinsam getrunken wird. Rund um das Aufstellen findet das Maibaumfest mit Musik, Speis und Trank statt. Am Osterwochenende gehen Kinder (meist Ministranten) mit hölzernen Lärminstrumenten (Ratschen) von Haus zu Haus, um die Gläubigen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern. Der Überlieferung zufolge schweigen nämlich von Gründonnerstag bis zur Osternacht die Glocken, da sie alle „nach Rom geflogen“ seien. Um dennoch das Angelusläuten fortzusetzen, wird es um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr lautstark durch das Ratschen ersetzt. 26

FRONLEICHNAM An die heilige Messe schließt sich in der Regel die Prozession an, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten (einer geweihten Hostie) in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten. Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. An bis zu vier Außenaltären, teilweise mit Blumenteppichen, wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen erteilt. WASSERVÖGELSINGEN Hinweis: genaue Termine und weiteren Veranstaltungen auf www.ferienregionnationalpark.de SONNWENDFEUER Am Pfingstsonntag zieht bei Einbruch der Dunkelheit eine Gruppe junger Männer in wetterfester Kleidung von Haus zu Haus. Der „Oakoda“ (= Eierkater) trägt einen Korb, in dem Eier gesammelt werden. Diese oder auch Geld sind die Belohnung für das Aussingen der Hausbewohner. Die Texte sind auf diese zugeschnitten und die Melodie wirkt monoton, wie eine Litanei. Wetterfeste Kleidung daher, weil die „Wasservögel“ von den Fenstern und Balkonen aus mit Wasser begossen werden. Das Wasser galt schon in alter Zeit als Element und Symbol der Fruchtbarkeit; mit diesem Ritual will man einem zu trockenen Sommer vorbeugen. Um den 21. Juni, auf den die kürzeste Nacht und der längste Tag des Jahres fallen, wird mancherorts ein Sonnwendfeuer entzündet. Dieses soll die Fruchtbarkeit der Felder fördern, alles Böse abwehren und allgemein Glück bringen. In vielen Dörfern zählt heute vor allem das gesellige Beisammensein; bei Musik, Wein und Bier kommen die Familien und Einwohner aller Generationen zusammen, um das Feuer und die Nacht zu genießen. WOLFAUSLASSEN Hierbei handelt es sich um einen niederbayerischen Hirtenbrauch aus dem 18. Jahrhundert. Um die wilden Tiere abzuschrecken, bekamen die Kühe Glocken umgehängt. Zusätzlich schnalzten die Hirten beim Abtrieb vom Schachten mit Peitschen in die Luft, was einen lauten Knall erzeugte. Das wird heute als „Goaßlschnalzen“ immer noch beim Wolfauslassen Anfang November betrieben; die umgehängten riesigen Glocken werden unter Einsatz der ganzen Körpermuskulatur zum Läuten gebracht. FLURDENKMÄLER Toten- und Gedenkbretter zählen, genau wie Weg- und Feldkreuze, Bildstöcke und Kreuzwege, zu Flurdenkmälern, die in unserer Region noch heute zahlreich anzutreffen sind. In früheren Zeiten wurden die Verstorbenen auf Brettern aufgebahrt. Nach der Beerdigung wurden diese beschriftet, verziert und als Totendenkmale aufgestellt. Weiter hieß es, dass die Seele des Verstorbenen erst Ruhe finden würde, wenn das Brett verfault ist.

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